Samstag, 5. Februar 2011

STS#14: Von Obstschalen, Gebärmaschinen und Serienkillern

Donnerstag, 16:23 Uhr
Am Hyazinthenbeet 8
Rosie McGowan

Der Dielenboden knackte und die Scheiben in den Fenstern und der Haustür erzitterten, als jemand energisch gegen meine Tür hämmerte.
Während ich mich beeilte zur Tür zu kommen, rieselte Stuck von der Decke.
Meine Atmung beschleunigte sich.
Ich hatte Angst. In letzter Zeit soll es hier in der Gegend zu kriminellen Missetaten gekommen sein.
Leise hob ich eine massive Glasschale von dem Beistelltisch neben mir.
Ich öffnete mit der einen Hand vorsichtig die Tür, mit der anderen holte ich mit der schweren Schale aus.
Angesichts der Frau auf der anderen Seite der Haustüre, ließ ich die Schale sinken und versuchte sie unbemerkt abzustellen. Ich hoffte inständig, dass sie nichts mitbekommen hatte.
"Was sollte die Schale?"
"....Ich... öh... nix.... Ich hab aufgeräumt...."
"Wie dem auch sei. Ich bin Erica Stusley. Mit meiner Familie bin ich zwei Häuser weiter eingezogen."
Ohne eine Einladung abzuwarten, trat sie durch die Tür und ging ins Wohnzimmer.
Ich folgte ihr verwundert, nachdem ich meine arme Haustür wieder geschlossen hatte.
"Rosie McGowan."
Ich hielt ihr meine Hand hin. Sie schüttelte sie ebenso energisch, wie sie gegen meine Tür geschlagen hatte.
Mir blieb die Luft weg.
Erica Stusley hatte ihren Picknickkorb neben sich auf meine Couch gesetzt und förderte nun Cookies und Milch aus den Untiefen jenes Korbes zu Tage.
"Für Sie. Selbstgebacken."
Sie hielt mir die Kekse hin, begleitet von einem Blick aus ihren blitzenden blauen Augen, der mir sagte, dass ich sie nicht als meine Feindin haben wollte.
"Vielen Dank. Bitte dutzen Sie mich doch."
"Okay, Rosie.... Naja wie auch immer. Ich wollte mich den Nachbarn vorstellen. Falls jemand Äpfel von ihren Bäumen klaut, Blumenzwiebeln ausgräbt oder ihre Katze braten will, geben sie mir Bescheid. Es sind meine Zwillinge."
"Alles klar, das werde ich mir merken. Allerdings habe ich weder Obstbaum oder Blumenzwiebeln noch ein Haustier. Aber danke für die Ehrlichkeit."
Erica wurde mir immer sympathischer. Sie hatte ein kantiges Gesicht und volle Lippen, sowie eine tiefe Stimme, die allerdings nicht männlich wirkte. Sie blies sich ihren dunkelblonden Pony aus dem Gesicht, während sie mein Interieur inspizierte.
Sie hatte breite Schultern, wirkte aber nicht bullig. Ansonsten war sie schlank und kernig.
"Wieviele Kinder hast du denn?"
"Vier. Mein ältester Sohn Logan, er wird bald 18. Dann sind da noch die Zwillinge George und Gina und meine Jüngste, Lucy. Wie gesagt, wenn sie Ärger machen. Komm zu mir."
George, Gina und Lucy. An etwas erinnerte mich dieses Dreiergespann. Ich kam im Moment nicht dahinter, ich hatte auch gar keine Zeit, länger darüber nachzudenken, denn Erica erhob sich und ihren Korb.
"Nun denn. Ich muss auch wieder weiter. Ich hoffe auf gute Nachbarschaft. Was ich noch vergessen hatte... Nimm meinen Mann Thorsten bloß nicht ernst und heuchel kein Interesse, denn dann hört er gar nicht mehr auf zu reden."
Ich lächelte.
"Danke für deinen Besuch. Ich glaube, wir werden uns gut verstehen."
Sie zerquetschte meine Hand das zweite Mal in einer Viertelstunde und schritt weiter die Straße entlang.
Ich sah ihr nach. Ich wüsste zu gerne, wie sie ihre Brötchen verdient.
Ich konnte sie mir gut als General bei der Army vorstellen.
Die Tagszeitung von Roselind, unserer Hundert-Seelen-Vorstadt, das "Roselindner Tagesblatt" lag auf der Veranda.
Ich wunderte mich, warum es nicht heute früh ausgetragen wurde, aber dennoch nahm ich es natürlich mit hinein.
Mir blieb die Luft weg, als ich die Schlagzeile sah.

"Ominöser Serienkiller schlägt wieder zu! Polizei erkennt Muster!
Gestern Nacht wurde erneut eine weibliche Leiche vor ihrem Haus im Umkreis von Roselind erschossen aufgefunden.
Die Polizei geht davon aus, dass es derselbe Täter war, wie bei den anderen drei Morden im vergangenen Monat (RT berichtete).
Alle vier Opfer hatten lange Haare und waren im Alter von 30 bis 40 Jahren.
Auch am jüngsten Tatort hinterließ der Serienmörder eine grüne Tupperdose.
Die Spurensicherung sucht verzweifelt nach Indizien, doch offenbar ist der Täter professionell.
Die Polizei bezahlt für Tipps, die helfen, den Täter dingfest zu machen, 10.000 €uro.
Wenn Sie etwas wissen, zögern Sie nicht, sondern wählen Sie die 110-4664....."

Du meine Güte. Schon wieder ein Mord. Und der Tatort war gar nicht weit entfernt von hier.
Aber Tupperdosen?
Das sollte ein Hinweis sein?
hmm... Lange Haare... Ich beschloss, alle meine Freundinnen zum Friseur zu schleifen.
Sofort!

Bitchige Grüße!

Kommentare :

  1. Die grüne Tupperdose-Super geil! :D Ich will mehr lesen..
    - Nathi

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  2. Oh man ich will wissen wie es weitergeht! Super tolle Geschichte - voll mein Geschmack ;)

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  3. genau mein ding! warum kommt denn nichts mehr.. -.-

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♪ Viiielen Dank für die Bluuumen ♫